Bodenrichtwert Lindau (Bodensee): Karte, Richtwertzonen & schnelle Einordnung für dein Grundstück

Du willst wissen, welcher Bodenrichtwert für deine Adresse in Lindau (Bodensee) gilt – und was du daraus realistisch ableiten kannst? Dann bist du hier richtig. In diesem Beitrag bekommst du:

  • den schnellsten Weg zur offiziellen Karte (Punkt setzen → Zone sehen → €/m² einordnen)
  • eine klare Erklärung, was der Bodenrichtwert ist – und was nicht
  • eine praxisnahe Methode, wie du aus dem Richtwert eine Preis-Spanne ableitest (ohne dich zu verrennen)

Wichtig: Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Richtwert für den Boden – kein automatischer Verkaufspreis. Genau diese Unterscheidung spart am Ende oft mehrere Zehntausend Euro.

Bodenrichtwert Lindau (Bodensee) – Beitragsgrafik mit Lindauer Hafen (Leuchtturm und Bayerischer Löwe) sowie Karte mit Richtwertzonen und Beispielwert in €/m².
Bodenrichtwert Lindau (Bodensee): Richtwertzonen auf der Karte verstehen und den €/m²-Wert richtig einordnen.

Was ist der Bodenrichtwert – kurz und verständlich

Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert des Bodens in €/m² für eine Richtwertzone. Er wird aus tatsächlichen Kaufpreisen abgeleitet, die in der Kaufpreissammlung der Gutachterausschüsse erfasst werden.

Wichtig: In bebauten Gebieten wird der Bodenrichtwert so ermittelt, als wäre das Grundstück unbebaut. Das steht ausdrücklich im Baugesetzbuch (§ 196 BauGB).

Merksatz:
Bodenrichtwert = amtlicher Orientierungswert für den Boden in einer Zone.
Er ersetzt nicht die individuelle Bewertung deines konkreten Grundstücks.


Bodenrichtwert für Lindau finden: der schnellste Weg (3 Minuten)

Schritt 1: Offiziellen Einstieg öffnen

Für Bayern ist das Vernetzte Bodenrichtwertinformationssystem (VBORIS) der zentrale Einstieg. Dort wird beschrieben, wie du in der Karte einen Punkt auswählst und Informationen abrufst.

Zusätzlich gibt es BORIS-Bayern als Bodenrichtwert-Portal, das Bodenrichtwerte gegen Gebühr bereitstellt (je nach zuständigem Gutachterausschuss).

Tipp: Wenn du explizit „Lindau“ suchst, hilft dir auch die Serviceseite des Landkreises Lindau, die den Weg zur Bodenrichtwert-Auskunft erklärt.

Schritt 2: In der Karte zur Lage navigieren

  • Ort/Adresse in der Suche eingeben (Lindau / Ortsteil / Straße)
  • in die Karte zoomen, bis du sauber siehst, wo dein Grundstück liegt

Schritt 3: Punkt setzen / Fläche anklicken

  • auf die Karte klicken (oder Punkt setzen)
  • dann wird dir die Richtwertzone angezeigt und der Bodenrichtwert (€/m²)

Schritt 4: Stichtag & Nutzungsart prüfen

Bodenrichtwerte gelten immer zu einem Stichtag und für eine typische Nutzung in der Zone. Je nach Darstellung findest du Hinweise wie:

  • Wohnbaufläche / gemischte Nutzung / Gewerbe etc.
  • ggf. weitere wertbeeinflussende Merkmale, die zur Zone gehören

Wenn du nur eins mitnimmst: Nicht nur auf die Zahl schauen – zuerst checken, ob Nutzung/Zone wirklich zu deinem Grundstück passt.


5 typische Denkfehler (und wie du sie vermeidest)

1) „Der Bodenrichtwert ist der Verkaufspreis“

Nein. Es ist ein durchschnittlicher Lagewert für eine Zone, nicht die Bewertung deines Einzelfalls.

2) „Mein Grundstück ist bebaut – also passt der Wert 1:1“

Gerade in bebauten Gebieten wird der Bodenrichtwert so ermittelt, als wäre das Grundstück unbebaut. Gebäudezustand, Sanierung, Ausbau, Energieeffizienz etc. stecken nicht in dieser Boden-Zahl.

3) „Gleiche Zone = gleich viel wert“

Innerhalb einer Zone können Unterschiede massiv sein: Zuschnitt, Hang, Sicht, Lärm, Erschließung, Baurecht, Nähe zu Verkehr/See – all das kann den Marktpreis in beide Richtungen verschieben.

4) „Der Bodenrichtwert sagt mir, was ich verlangen kann“

Er hilft dir, nicht völlig daneben zu liegen – aber er ist nur ein Baustein. Für echte Entscheidungen brauchst du eine Preis-Spanne und die wichtigsten Korrekturfaktoren (siehe nächster Abschnitt).

5) „Wenn ich den Richtwert kenne, brauche ich keinen Profi“

Bei schwierigen Fällen (großes Grundstück, Baurecht unklar, Erbfall, Trennung, Teilung möglich) ist eine fundierte Bewertung oft günstiger als ein falscher Preis – weil Fehlentscheidungen beim Grundstück schnell teuer werden.


Aus Bodenrichtwert wird Praxis: so leitest du eine realistische Preis-Spanne ab

Du brauchst keinen komplizierten Rechenzirkus. Ein sauberes Vorgehen in drei Schritten reicht, um eine erste realistische Einordnung zu bekommen.

Schritt A: Bodenwert grob überschlagen

Grobwert = Bodenrichtwert (€/m²) × Grundstücksfläche (m²)

Das ist nicht der finale Marktpreis – aber eine stabile Basis, um nicht im Nebel zu stochern.

Schritt B: 8 Korrekturfaktoren als Checkliste

Jetzt prüfst du die Faktoren, die in der Praxis den größten Hebel haben:

  1. Erschließung: vollständig / teilweise / noch offen
  2. Baurecht: B-Plan vorhanden? Innenbereich? Außenbereich?
  3. Bebaubarkeit: GRZ/GFZ, Geschossigkeit, Abstandsflächen, Dachformvorgaben
  4. Zuschnitt: gut nutzbar vs. ungünstig (schmal, verwinkelt, schwierig bebaubar)
  5. Topografie: Hanglage, aufwendige Gründung, Stützmauern
  6. Mikrolage: Lärm, Nähe zu Hauptstraßen/Bahn, Sichtachsen, direkte Nachbarschaft
  7. Altbestand: Abrisskosten/Entsorgung, Einschränkungen, Denkmalschutz (falls relevant)
  8. Besonderheiten: Wegerechte, Leitungsrechte, Altlastenverdacht (bei Bedarf prüfen)

Daumenregel für die Praxis:
Je mehr Punkte „unklar“ oder „negativ“ sind, desto mehr Sinn macht eine Spanne statt einer Zahl.

Schritt C: Spanne statt Wunschzahl

  • Untergrenze: konservativ (wenn mehrere Faktoren unklar/negativ sind)
  • Obergrenze: nur dann, wenn Mikrolage + Baurecht + Zuschnitt wirklich stark sind

So bekommst du eine Einordnung, die du später sauber verfeinern kannst – ohne dich an einer einzigen Zahl festzubeißen.


Bodenrichtwert vs. Immobilienpreise in Lindau: was du wann brauchst

  • Bodenrichtwert: Fokus auf Grundstück/Boden, amtlicher Richtwert in €/m², Zonenlogik
  • Immobilienpreise: Marktpreise für Häuser/Wohnungen – beeinflusst von Zustand, Energie, Ausstattung, Nachfrage, Zinsen etc.

Wenn du gerade konkret in Lindau planst (kaufen/verkaufen/vermieten), ist es oft sinnvoll, beides zu kombinieren:
Bodenrichtwert für die Bodenbasis + Marktpreise für das, was auf dem Grundstück steht.

➡️ Entwicklung der Immobilienpreise in-Lindau Bodensee


Wann lohnt sich eine professionelle Wertermittlung besonders?

Eine fundierte Wertermittlung lohnt sich vor allem dann, wenn „Standard-Logik“ nicht mehr reicht:

  • Erbe / Erbengemeinschaft (fair aufteilen, sauber argumentieren)
  • Trennung / Scheidung (belastbare Zahl statt Bauchgefühl)
  • große Grundstücke / Teilbarkeit / Nachverdichtung
  • Baurecht unklar oder „gefühlt viel Potenzial“
  • Altbestand, Abriss, Sanierung, komplizierte Gegebenheiten

➡️ Wertermittlung


Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Bodenrichtwert verbindlich?

Er ist ein amtlicher Richtwert zur Orientierung und wird von Gutachterausschüssen abgeleitet. Er ist nicht automatisch der Preis, den du am Markt erzielst.

Gilt der Bodenrichtwert auch für bebaute Grundstücke?

Er wird in bebauten Gebieten so ermittelt, als wäre der Boden unbebaut. Gebäude und Zustand sind darin nicht enthalten.

Warum weicht der Kaufpreis oft deutlich vom Bodenrichtwert ab?

Weil der Bodenrichtwert ein Zonen-Durchschnitt ist. Mikrolage, Baurecht, Erschließung, Zuschnitt und Besonderheiten können den tatsächlichen Preis stark verändern.

Muss ich für Bodenrichtwerte in Bayern bezahlen?

Das ist je nach Zugang/Portal und zuständigem Gutachterausschuss unterschiedlich. BORIS-Bayern weist ausdrücklich darauf hin, dass Abfragen gegen Gebühr möglich sind.

Wo finde ich offizielle Infos speziell für den Landkreis Lindau?

Der Landkreis Lindau erklärt die Bodenrichtwert-Auskunft und den Weg zur Karte auf seiner Serviceseite.


Nächster Schritt: Was willst du konkret tun?

Wenn du verkaufen willst und wissen möchtest, wie du den Bodenrichtwert sauber in eine Verkaufsstrategie übersetzt:
➡️ Grundstück verkaufen


Quellen (amtlich/grundlegend)

Immobilie verkaufen – kostenfreie Erstberatung

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