In welchem Monat ist es am schwierigsten, ein Haus zu verkaufen?
Viele Eigentümer meinen mit dieser Frage eigentlich etwas ganz Praktisches:
Wann ist die Nachfrage am schwächsten, wann kommen weniger Besichtigungen zustande und wann dauert der Verkauf oft länger?
Die kurze, ehrliche Antwort lautet: Am schwierigsten ist ein Hausverkauf meist im Dezember – und oft auch rund um den Januar.
Der Grund ist nicht, dass in diesen Monaten grundsätzlich niemand kaufen will. Schwieriger wird es vor allem deshalb, weil viele Interessenten in dieser Zeit gedanklich bei etwas anderem sind: Jahresende, Feiertage, Urlaub, Familienbesuche, Wetter, finanzielle Planung fürs neue Jahr. Wer eigentlich kaufen möchte, verschiebt Besichtigungen dann oft auf später.
Aber: Ein Haus verkauft sich nicht automatisch schlecht, nur weil gerade Dezember ist. Gute Lage, realistischer Preis, saubere Unterlagen und eine vernünftige Vermarktung bleiben wichtiger als der Monat allein.

Warum Dezember oft der schwierigste Monat ist
Der Dezember ist für viele Verkäufer der Monat, in dem sich ein Haus am zähesten verkauft. Das liegt an mehreren Punkten, die zusammenkommen:
Weniger aktive Käufer
Viele verschieben die Immobiliensuche auf das neue Jahr. Selbst ernsthafte Interessenten wollen in der Adventszeit oft keine großen Entscheidungen mehr treffen.
Feiertage und Terminprobleme
Besichtigungen lassen sich schwerer koordinieren. Familien sind unterwegs, Handwerker und Banken arbeiten eingeschränkt, Notartermine sind knapper.
Wetter und Lichtverhältnisse
Häuser wirken im Winter oft nüchterner. Garten, Terrasse, Fassade und Außenbereiche zeigen sich nicht von ihrer besten Seite. Dazu kommt: frühe Dunkelheit macht Besichtigungen unattraktiver.
Finanzierungsdenken zum Jahreswechsel
Manche Käufer warten bewusst bis Januar, um ihre Finanzierung, Rücklagen oder Fördermöglichkeiten neu zu ordnen.
Gerade Häuser, die stark von Außenwirkung leben – also Garten, Aussicht, Helligkeit, Terrasse oder Gesamteindruck des Grundstücks – haben es in der dunklen Jahreszeit oft etwas schwerer.
Ist Januar genauso schwierig?
Der Januar ist nicht immer der schlechteste Monat, aber oft noch ein Übergangsmonat.
Einerseits beginnt bei manchen die aktive Suche erst wieder. Andererseits läuft vieles noch langsam an. Banken, Käufer und Verkäufer müssen erst wieder in den normalen Rhythmus kommen. Deshalb ist der Januar häufig nicht ganz so schwach wie Dezember, aber oft noch spürbar träger als das Frühjahr.
Welche Monate oft ebenfalls anspruchsvoll sind
Nicht nur Dezember kann schwierig sein. Je nach Immobilie und Region können auch andere Zeiten zäher laufen:
Sommerferien
In klassischen Ferienzeiten, besonders im Hochsommer, sind viele Menschen verreist oder gedanklich nicht voll bei großen Entscheidungen. Das bedeutet nicht, dass kein Verkauf möglich ist. Aber Besichtigungstermine zu bündeln und schnelle Entscheidungen zu bekommen, kann schwieriger werden.
Spätherbst
Im November beginnt bei vielen schon die ruhigere Phase. Das Wetter wird unbeständiger, die Tage kürzer, Außenbereiche verlieren an Wirkung. Wer nicht dringend kaufen muss, wartet oft lieber bis nach dem Jahreswechsel.
Wann ist es meistens leichter?
In vielen Fällen läuft ein Hausverkauf zwischen März und Juni am flüssigsten. Das hat praktische Gründe:
- mehr Licht und bessere Außenwirkung
- Garten und Grundstück wirken ansprechender
- Käufer sind aktiver unterwegs
- Besichtigungen lassen sich einfacher planen
- Familien möchten einen möglichen Umzug oft vor Herbst oder neuem Schuljahr vorbereiten
Auch der frühe Herbst kann noch gut funktionieren, wenn Preis, Lage und Präsentation stimmen.
Mehr zur allgemeinen Marktlage findet sich hier:
Immobilienmarkt 2026 am Bodensee: Preiswende, Chancen und was Verkäufer jetzt wissen sollten
Heißt das: Im Dezember lieber gar nicht verkaufen?
Nein. So pauschal kann man das nicht sagen.
Es gibt auch im Dezember Käufer mit echtem Druck oder klarer Absicht, zum Beispiel:
- wegen Jobwechsel
- wegen Trennung
- wegen Erbe
- wegen bereits gekündigter Wohnung
- wegen geplatzter anderer Kaufoption
- weil Finanzierung und Suche schon lange laufen
Solche Interessenten sind oft sogar ernsthafter als Menschen, die nur locker „mal schauen“. Deshalb kann ein Verkauf im Dezember zwar schwieriger sein, aber nicht automatisch schlechter.
Entscheidend ist eher:
Passt der Preis zur aktuellen Nachfrage – und ist die Immobilie sauber vorbereitet?
Was den Verkauf stärker beeinflusst als der Monat
Der Monat spielt eine Rolle. Meist aber nicht die größte.
Oft sind diese Punkte viel entscheidender:
Der Angebotspreis
Ein zu hoch angesetzter Preis bremst Anfragen in jedem Monat. Im schwächeren Monat fällt das nur noch schneller auf. Wer dagegen realistisch startet, hat auch in ruhigeren Phasen bessere Chancen.
Zur Einordnung kann diese Seite helfen:
Wertermittlung für Ihre Immobilie
Die Art der Immobilie
Ein modernes Haus in guter Lage verkauft sich meist leichter als ein Objekt mit Sanierungsstau, kompliziertem Grundriss oder rechtlichen Besonderheiten. Manche Häuser sind saisonabhängiger als andere.
Die Vermarktung
Gute Fotos, vollständige Unterlagen, klare Beschreibung und eine saubere Zielgruppenansprache machen viel aus. In schwächeren Monaten muss der Auftritt oft noch präziser sein.
Die Region und Mikrolage
Am Bodensee, in gefragten Orten oder in knapperen Segmenten kann die Nachfrage stabiler sein als in Randlagen oder bei schwierigen Objekten.
Einen Überblick zur Preisentwicklung gibt es hier:
Immobilienpreise am Bodensee
Bei welchen Häusern merkt man schwierige Monate besonders?
Nicht jede Immobilie leidet gleich stark unter einem ungünstigen Monat. Schwieriger wird es oft bei Häusern, die stark über Emotion und Eindruck verkauft werden.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Häuser mit schönem Garten
- Immobilien mit viel Außenfläche
- Objekte, die von Helligkeit leben
- Häuser mit Seeblick, Terrasse oder großem Grundstück
- sanierungsbedürftige Häuser, die ohnehin Erklärungsbedarf haben
Im Winter fehlt häufig genau der Moment, in dem sich Käufer spontan „in das Haus verlieben“.
Was tun, wenn Sie gerade im schwierigen Monat verkaufen müssen?
Nicht jeder kann bis zum Frühjahr warten. Manchmal ist der Verkaufszeitpunkt vorgegeben. Dann kommt es darauf an, die Nachteile des Monats auszugleichen.
1. Preis nicht auf Wunschdenken aufbauen
In schwächeren Monaten rächt sich ein zu hoher Startpreis besonders schnell. Lieber sauber einordnen als monatelang leer laufen.
Hilfreich dazu:
Was darf ein Makler kosten?
und
Warum ein Hausverkauf ohne Makler Risiken birgt
2. Außenwirkung so gut wie möglich vorbereiten
Auch im Winter lässt sich einiges verbessern:
aufgeräumter Eingangsbereich, gute Beleuchtung, freie Wege, gepflegte Fassade, saubere Fenster, ordentliche Zufahrt. Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen gepflegten Gesamteindruck.
3. Unterlagen vollständig bereithalten
Gerade wenn weniger Anfragen kommen, sollte aus jeder guten Anfrage möglichst viel werden. Fehlende Unterlagen bremsen dann doppelt.
4. Besichtigungen bewusst planen
Im Winter sind Termine am hellen Nachmittag oft deutlich besser als spätere Abendtermine. Wer das Licht richtig nutzt, verbessert den Eindruck sofort.
5. Schwächen offen einordnen
Bei älteren Häusern bringt Schönreden wenig. Ehrlicher ist oft besser: Zustand klar erklären, Modernisierungsbedarf benennen und Chancen realistisch darstellen.
Passend dazu:
Hausverkauf: Energie, Heizung und Sanierung – was Eigentümer wissen sollten
Sollte man auf das Frühjahr warten?
Das kann sinnvoll sein, wenn alle drei Punkte gleichzeitig zutreffen:
- es gibt keinen zeitlichen Druck
- die Immobilie profitiert stark von Außenwirkung
- der Verkauf soll möglichst breit und emotional im Markt platziert werden
Warten lohnt sich aber nicht automatisch. Wenn Zinslage, persönliche Situation oder Marktstimmung gegen später sprechen, kann auch ein sofortiger Start richtig sein.
Gerade bei Erbe oder Trennung ist der ideale Monatszeitpunkt oft nicht der wichtigste Faktor. Dann zählen Klarheit, Struktur und ein realistischer Ablauf mehr.
Dazu passen diese Seiten:
Immobilie verkaufen im Erbfall
Immobilie verkaufen bei Trennung
Gilt das auch für Wohnungen oder Grundstücke?
Nicht ganz im selben Maß.
Häuser sind meist am stärksten saisonabhängig, weil Eindruck, Garten, Licht und Gesamtatmosphäre eine größere Rolle spielen.
Wohnungen können etwas stabiler laufen, vor allem wenn Lage, Schnitt und Preis überzeugen.
Mehr dazu:
Wohnung verkaufen
Grundstücke haben wieder andere Mechaniken. Dort geht es stärker um Bebaubarkeit, Lage, Zuschnitt und Perspektive als um Wohngefühl bei einer Besichtigung.
Dazu:
Grundstück verkaufen
Die eigentliche Antwort in einem Satz
Am schwierigsten ist es meist im Dezember, oft gefolgt vom Januar und teilweise von ruhigen Ferienzeiten im Sommer oder Spätherbst.
Wer genauer fragt, meint aber meistens:
Ist der Monat schuld – oder liegt es an Preis, Objekt und Vorbereitung?
Und genau dort liegt meistens der größere Hebel.
Fazit
Wenn Sie wissen möchten, in welchem Monat sich ein Haus am schwersten verkauft, ist die ehrlichste Antwort: meist im Dezember. Der Januar kann ebenfalls zäh sein. Weniger aktive Käufer, Feiertage, frühe Dunkelheit und verschobene Entscheidungen machen den Verkauf dann oft träger.
Trotzdem sollte niemand den Monat überbewerten. Ein Haus verkauft sich selten nur wegen des Kalenders gut oder schlecht. Viel wichtiger sind ein realistischer Preis, vollständige Unterlagen, eine gute Präsentation und die richtige Strategie für genau diese Immobilie.
Häufige Fragen
Ist der Dezember immer der schlechteste Monat für den Hausverkauf?
Oft ja, aber nicht in jedem Einzelfall. Wenn Nachfrage, Preis und Objekt gut zusammenpassen, kann auch im Dezember ein schneller Verkauf gelingen.
Warum ist der Hausverkauf im Winter oft schwieriger?
Weil weniger Käufer aktiv suchen, Feiertage Termine erschweren und Häuser bei dunklem Wetter und wenig Licht oft weniger einladend wirken.
Ist der Januar besser als der Dezember?
Oft etwas, aber nicht immer deutlich. Der Markt läuft nach dem Jahreswechsel meist erst langsam wieder an.
Sollte ich mit dem Verkauf bis zum Frühjahr warten?
Das kann sinnvoll sein, wenn kein Zeitdruck besteht und die Immobilie stark von Garten, Licht und Außenwirkung lebt. Zwingend ist das aber nicht.
Welcher Monat ist meist am besten für den Hausverkauf?
Häufig sind Frühjahr und früher Sommer günstig, besonders zwischen März und Juni. Dann sind mehr Käufer aktiv und Häuser wirken oft attraktiver.